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So, jetzt mal das volle Schützenfestprogramm !!...;)

Vorfreude in rot-gelb: Bentheim schmückt sich

 

In 45 Bogengemeinschaften fiebern Nachbarschaften dem Stadtschützenfest entgegen

In den Bentheimer Straßen wird fleißig gehämmert und gebastelt. In vielen Nachbarschaften entstehen einzigartige Bürger-Kunstwerke, um die Stadt für das bevorstehende Schützenfest herauszuputzen.

 

Von Judith Tolomello - Bad Bentheim. Rote Rosen im Schlafzimmer gelten als romantisch, doch bei Renate Kordes haben die roten und gelben Röschen eine andere Bedeutung. Rund 1500 Stück hat sie bei sich gelagert, und sie ist nicht die Einzige in ihrer Nachbarschaft. Gemeinsam mit den anderen Frauen ihrer Bogengemeinschaft „Alter Sportplatz“ hat sie 3500 Röschen für das bevorstehenden Bentheimer Schützenfest gedreht.

 

Wie den 22 Familien in der Neubausiedlung auf dem Gelände des ehemaligen Sportplatzes des SV Bad Bentheim geht es vielen anderen Bewohnern des Kurortes. „Man sieht es überall in der Stadt“, berichtet Dennis Schröder, einer der 28 Schützenoffiziere. Tatsächlich präsentiert sich Bentheim bei einer Durchfahrt geschäftig. 45 Bogengemeinschaften arbeiten momentan daran, ihre Heimatstadt für das bevorstehende Schützenfest herauszuputzen und zu schmücken.

 

Männer, die an Toren und Bögen basteln. Frauen, die in Hütten und Häusern Röschen drehen, Kinder, die neugierig den Erwachsenen beim alten Brauchtum über die Schulter schauen: Jedes Mitglied der Bogengemeinschaften leistet seinen Teil, so gut es dies vermag. Eine Fahrt durch die Gassen und Stiegen Alt-Bentheims und durch die Wohngebiete am Fuße des Bentheimer Berges zeigt: Hier wird Hand in Hand gearbeitet – unabhängig von Alter, Nationalität oder Konfession.

 

Für Hermann Perick, den Kapitän der Alten, leisten die Bogengemeinschaften mehr als reine Vorbereitung auf das Fest. „Es ist eine gute Chance, seine Nachbarn kennen zu lernen“, betont Perick. „Neue Bürger, die nach Bad Bentheim zugezogen sind, werden so integriert.“ So seien oft auch die nicht gebürtigen Bentheimer mit Leib und Seele beim Bogenbau dabei.

 

Andere wie Heinz Hillen von der Bogengemeinschaft „Wakafe“ wiederum sind längst alte Hasen: „Beim ersten Bogen, den ich mit gebaut habe, war ich 1937 als Kind mit dabei.“ Wie Hillen vor mehr als 70 Jahren, so spielen auch 2011 die Kinder gut gelaunt zwischen Bögen und Röschen. So verbinden die Bogengemeinschaften auch heute noch Jung und Alt.

 

Vereinzelt stehen bereits kahle Teile der Bögen an Bentheimer Straßen. Am Tüschenbrook ist das „Südtor“ sogar schon zu bestaunen. Endgültig fertig gestellt sein werden die handgefertigten Kunstwerke jedoch erst einen Tag vor Beginn des Schützenfestes Anfang September.

 

Nach den vergangenen Wochen des Schaffens kehrt nun in den meisten Gemeinschaften die Ruhe vor dem Sturm ein, bis das „Grün holen“ beginnt und die Bögen bestückt werden. „Die meisten Vorarbeiten, wie Röschen drehen, Bögen kontrollieren und Fahnenstäbe streichen, sind bereits abgeschlossen“, weiß Heidi Aschermann von der Bogengemeinschaft „Raubvogelhorst“ zu berichten. Auch dort haben die Frauen tausende von roten und gelben Papierblumen gedreht. „Wir haben uns zweimal die Woche mit meist 15 Frauen getroffen“, erzählt Aschermann. Auch die Frauen an der Funkenstiege befinden sich mittlerweile auf der Zielgeraden, denn 6700 Papierblümchen haben sie bereits gebastelt.

 

„In Bad Bentheim werden über eine halbe Million rot-gelbe Röschen gedreht“, erzählt der Kapitän der Alten. Und auch der Straßenschmuck erreicht nicht selten stolze Maße. So misst eine straßenübergreifende Girlande an der Ochtruper Straße schon mal 13 Meter, betont Perick.

 

Mit viel Liebe zum Detail arbeiten die Nachbarn an ihren Werken. So entstehen nicht selten exakte Nachbildungen von feinen Reliefs. Aber auch die Ideen, die hinter den Bürgerwerken stehen, zeugen von Kreativität und Einfallsreichtum. Die Bogenthemen reichen von historischen Gebäuden über Bentheimer Sagen bis hin zu aktuellen Grafschafter Bezügen.

 

Bis das „Fest aller Bürger“ am 3. September beginnt, vergehen noch drei Wochen, doch das Kribbeln in der Stadt sei bereits jetzt zu spüren, sagt Offizier Schröder. Mit jedem Tag steige die Vorfreude auf das kommende Ereignis, berichtet er. Und alle sind neugierig darauf, was die anderen Bogengemeinschaften in den vergangenen Monaten vollbracht haben.

Mehr Fotos der Grafschafter Nachrichten

hier



Antreten zum Uniformappell

 

Reportage über Schützenoffiziere

Ab Sonnabend marschieren sie wieder. Weiße Hose und schwarze Jacke, grüner Schützenhut mit Feder und Rosette, dazu eine rot-gelbe Schärpe und einfache Schulterstücke: Nach sechs Jahren Pause tritt das Bentheimer Schützenoffizierkorps am Samstagabend beim Uniformappell erstmals in „vollem Wichs“ an. Und damit steht es wieder unmittelbar bevor, das große Stadtschützenfest, das seit mehr als 400 Jahren Tausende Bürger und Gäste auf die Straßen der Burgstadt und ins Festzelt lockt.

 

Die GN stellen das Schützenoffizierkorps am Sonnabend in einer ausführlichen Reportage in ihrem „Journal am Wochenende“ vor.

 

Außerdem in der Wochenendausgabe: Ein Besuch bei einigen der 45 Bogengemeinschaften, die Bentheim zurzeit für das große Fest herausschmücken.



Im Dienste der Bürger und der Majestäten

 

Antreten zum Uniformappell: Offizierkorps organisiert seit Jahrhunderten das Bentheimer Schützenfest

So alt sieht er gar nicht aus oder !?
So alt sieht er gar nicht aus oder !?

Von Steffen Burkert - Ab heute marschieren sie wieder. Weiße Hose und schwarze Jacke, grüner Schützenhut mit Feder und Rosette, dazu eine rot-gelbe Schärpe und einfache Schulterstücke: Nach sechs Jahren Pause tritt das Bentheimer Schützenoffizierkorps heute Abend beim Uniformappell erstmals in „vollem Wichs“ an. Und damit steht es wieder unmittelbar bevor, das große Stadtschützenfest, das seit mehr als 400 Jahren Tausende Bürger und Gäste auf die Straßen der Burgstadt und ins Festzelt lockt.

 

Die Vorboten sind schon seit Monaten zu beobachten. 45 Bogengemeinschaften haben sich gebildet, um die Stadt für das Fest zu schmücken, aber natürlich auch, um in der Nachbarschaft schon mal die Geselligkeit zu proben. In der Festwoche vom 3. bis 11. September werden sie dann gemeinsam zum Königsschießen am Bad und zum Feiern in den Schlosspark ziehen.

 

Seit Monaten kann man auch die Offiziere mit dem grünen Hut schon durch die Stadt laufen sehen. Sie verschwinden in wechselnden Gaststätten, in denen ein langer Tisch mit 28 Plätzen festlich gedeckt ist – natürlich in den Bentheimer Farben rot und gelb. Türen und Fenster werden geschlossen, selbst der Wirt darf den Raum nur zum Servieren betreten. Zwei, drei Stunden lang hört man von außen nur undeutlich, wie die Männer drinnen diskutieren. Vielleicht klingt gelegentlich ein „Kamerad“ durch, die offizielle Anrede der Offiziere untereinander. Ansonsten aber soll alles geheim bleiben, die Bürger sollen sich überraschen lassen, was sie diesmal bei ihrem Fest erwartet.

 

„Das Leben bringt große Freud“: Wenn die 28 Männer lauthals das Bentheimer Schützenlied schmettern, ist der offizielle Teil der Sitzung beendet. Dann geht es inoffiziell weiter, die Becher kreisen, und wer sich während der Sitzung etwas hat zuschulden kommen lassen, wer zum Beispiel die Anrede „Kamerad“ vergessen hat, der kann diese „Schuld“ nun mit einer Bestellung beim Wirt tilgen.

 

Es sind alte Riten, seit Generationen überlieferte Regularien, nach denen sich beim Bentheimer Schützenfest alles richtet. Die Anfänge liegen im Dunkeln. Der älteste Nachweis, dass das Fest gefeiert wurde, ist ein Ring mit der Jahreszahl 1583 im Königsornat. Die erste schriftliche Erwähnung ist im Schützenbuch der Junggesellen zu finden: Am 2. Juni 1681 stiftete Graf Ernst Wilhelm erneut durch Niederschrift der Statuten das Bentheimer Schützenfest. Fortan wurde es in unregelmäßigen Abständen gefeiert – bis heute.

 

Von Beginn an gab es zwei Kompanien: eine für die Junggesellen und eine für die Altgesellen, also die verheirateten Männer. Beide feierten unabhängig und getrennt voneinander ihre Feste. Zeitweise bestanden sowohl für die Jungen als auch für die Alten sogar jeweils zwei Kompanien für die Ost- und die Westseite der Stadt, die jedoch gemeinsam feierten.

 

Erst im Jahr 1879 taten sich die Kompanien zum „Schützenoffizierkorps der Vereinigten Kompanien der Alten und Junggesellen“ zusammen. Die alte Trennung wird nur noch einmal sichtbar: Am Schützenfestmontag treten die Kompanien vor dem Zug zum Königsschießen zunächst getrennt an, um dann jedoch gemeinsam zum Bad zu ziehen.

 

Das Schützenoffizierkorps ist kein Verein, darauf legen die Offiziere großen Wert. Es ist in keinem Vereinsregister eingetragen, sondern versteht sich als Zusammenschluss von Bentheimer Bürgern, die sich zur Vorbereitung zusammenfinden, das Fest gemeinsam durchführen und anschließend wieder auseinander gehen. So ist es festgelegt in den Statuten, die der Bentheimer Magistrat 1839 ausgearbeitet hat und die die Landdrostei zu Osnabrück genehmigte.

 

Damals wurde übrigens auch festgelegt, dass jedes einzelne Mitglied des Korps persönlich für das Defizit haften muss, falls die Einnahmen nicht ausreichen, um die Kosten des Festes zu decken. Auch das ist bis heute so. Ist die Abrechnung von allen quittiert, löst sich das Korps auf – bis die Offiziere fünf, sechs Jahre später aus der Bevölkerung wieder „den allgemeinen Wunsch, ein Schützenfest feiern zu wollen, vernehmen“.

 

Für die Offiziere bedeutet das Schützenfest vor allem: viel Arbeit. Der Kommandeur erarbeitet die Dienstpläne und bringt den Offizieren das Marschieren bei; Fouriere trainieren das Reiten mit Musik auf steilen Stiegen und vorbei an Menschenmassen; der Lötkenmeister sorgt für das traditionelle Gießen der Festmarken; der Schießmeister bereitet alles vor für das Königsschießen; der Schriftführer schreibt mit für seinen Bericht in der Schützenbibel. Es gibt Fahnenträger, Grünmeister und Kassierer – und natürlich den Mundschenk, damit der Schützenbecher stets gut gefüllt kreisen kann.

 

Weil das Korps kein Verein ist, kann auch kein Mann eine Mitgliedschaft beantragen. Die Offiziere entscheiden vielmehr gemeinsam und einstimmig, welche „ehrbaren Bentheimer“ sie aufnehmen wollen – „ohne Ansehen von Herkunft, Stand und Geld“. Vor allem bei den Junggesellen gibt es naturgemäß viele Wechsel: Wer zwischen zwei Festen heiratet, scheidet aus dem Korps aus. Dass er nun von den Alten aufgenommen wird, ist keineswegs sicher – zumal dann, wenn dort nur wenige Plätze frei werden.

 

An der Spitze der beiden Kompanien steht jeweils ein Kapitän. Man erkennt ihn sofort: Im Gegensatz zu den anderen Offizieren trägt er einen schwarzen Anzug und eine rot-gelbe Bauchbinde. An den Epauletten wird deutlich, wer welcher Kompanie vorsteht: Beim Kapitän der Alten sind die Schulterstücke in Gold umrandet, beim Kapitän der Jungen in Silber. Das macht auch gleich die Rangfolge deutlich: Es ist der „KdA“, der die Sitzungen der Offiziere leitet, der für das Korps spricht und der eine gewisse Richtlinienkompetenz für sich in Anspruch nehmen darf.

 

Besonders in Ehren gehalten werden vom Korps die altehrwürdigen Insignien. Zwischen den Festen ist es Aufgabe der Stadt, sie sicher zu verwahren. Heute Abend um 18 Uhr, kurz vor dem Uniformappell, werden sie den Schützen wieder für die Dauer des Festes ausgehändigt. Anschließend werden sie den wartenden Bürgern vor dem Rathaus präsentiert, um nach alter Tradition zu zeigen, dass nichts verloren gegangen ist: die zwei Becher, aus denen der Sekt gereicht wird und von denen der ältere noch aus der Zeit um 1700 stammt; die beiden Königsornate, die die Könige während des Festes tragen und denen jede Majestät laut Statuten „innerhalb Jahresfrist ein silbernes Schild nach einer ihm beliebigen Größe und Schwere mit seinem Namenszuge und der Jahreszahl versehen“ hinzufügen muss; die zwei Diademe für die Königin; und natürlich die Schützenbibeln, in die der Schriftführer nach jedem Fest handschriftlich einen umfangreichen Bericht einträgt und deren älteres Exemplar aus dem Jahr 1681 stammt.

 

Schützenoffiziere sind natürlich nicht nur Offiziere, sondern auch Schützen – sofern sie sich, aus eigener Tasche, ein Lötken gekauft haben. Denn nur Träger der Lötken, der aus einer Zinn-Blei-Legierung gegossenen Festzeichen, dürfen am Montagvormittag auf dem Schießstand am Bad auf die gut 70 Meter entfernte Scheibe zielen. Höchstens dreimal kann jeder Lötkenträger anlegen. Die Reihenfolge bestimmt der Kapitän der Alten. König wird, so ist es in den Statuten festgelegt, wer den „Knopf“ im Zentrum der Scheibe trifft oder ihm am nächsten kommt.

 

Der neue König wird sofort proklamiert. Im silbernen Ornat erwählt er seine Königin und die vier Ehrendamen. Alle zusammen bilden sie den Thron. Ehrenherren, wie man sie von anderen Schützenfesten kennt, gibt es in Bentheim nicht. Diese Rolle übernehmen die Offiziere, deren vornehmste Aufgabe es ist, während des Festes für das Wohlergehen des Thrones zu sorgen, und die mit einem Augenzwinkern über das Amt des Königs sagen: „Majestät ist bei uns unfehlbar – weil sie nichts zu sagen hat.“



Und hier das was nicht fehlen darf, das Nationalgetränk des Bentheimer Schützenfestes


Knickebein !!!

Habe ich schon drei von gehabt !!....:):):).....wie man sieht !!....hi.


Und hier das Rezept !!

In ein Likörglas füllen:

 

1 rohes,  kleines Eigelb

 

zu gleichen Teilen:

 

                                      Jägermeister

                                      Weinbrand

                                      Kirschlikör

 

etwas Kaffeepulver und eine Prise Pfeffer auf das Eigelb streuen.

 

hmmmmmmmm.....lecker !!!!!!!...........hi....:)

 

 



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Kommentare: 1
  • #1

    Lasse (Montag, 15 August 2011 00:30)

    Oha,
    wenn ich dieses rohe Ei da in den Massen an Alkohol schwimmen sehe wird mir echt ganz anders...

    Aber auf den ganzen Rest sind wir auf jeden Fall gespannt :-)